Saab 900 Turbo 007 „Silver Beast“ Das geheimnisvolle Silber-Biest von James Bond, Bond 007 Museum Sweden

9 Nov

Saab 900 Turbo 007 „Silver Beast“Das geheimnisvolle Silber-Biest von James Bond.

Er ist kugelsicher, hat ein Nachtsichtgerät und kann Tränengas versprühen. 1981 fuhr Top-Agent 007 im Saab. Wir lüften das Geheimnis um James Bonds skurrilsten Dienstwagen.
Was ist das wichtigste Merkmal, das das Auto eines Geheimagenten haben sollte? Richtig: Es muss möglichst unauffällig sein. Echte Top-Spione nehmen wahrscheinlich den Bus, um unbemerkt in der Masse unterzutauchen. Nicht so James Bond 007. Wenn Goldfinger, Blofeld oder Le Chiffre wissen wollen, ob gerade ihr Erzfeind vom MI6 im Anmarsch ist, müssen sie nur nach den auffälligsten und glamourösesten Sportwagen Ausschau halten. Fährt ein perfekt gekleideter Gentleman mit dem geschüttelten Martini-Glas in einem Aston Martin oder Lotus vor, wissen die Bösewichter: Jetzt sind unsere finsteren Pläne aber mal richtig in Gefahr. Wenn 007 dagegen hin und wieder in Normalo-Autos wie eine Ente oder einen russischen Saporoschez einsteigen muss, dann nur als netter Gag für die Filmhandlung.

Lizenz erneuert – mit Turboschub

Doch 1981 setzte 007 auf Saab. Eine Marke, die damals technische Innovationen und vorbildliche Sicherheitskonzepte so unauffällig verpackte wie kaum ein anderer Hersteller. Moment mal, werden 007-Kenner jetzt einwenden: Im Film „In tödlicher Mission“ von 1981 kreuzte James Bond doch im Lotus Esprit Turbo durch die Gegend. Das stimmt natürlich. Doch für echte Fans zählen nicht nur die Filme, sondern auch die Romane. Und John Gardner, der in den 80er Jahren offiziell Ian Flemings Romane fortführte, setzte den Geheimagenten in seiner Story „Licence renewed“ (wörtlich übersetzt: Lizenz erneuert) und in den folgenden Romanen ans Steuer eines Saab 900 Turbo. In Deutschland bekam das Buch den Titel „Countdown für die Ewigkeit“.
Auch wenn dem rollenden Schwedenstahl der Glamour-Faktor eines Aston Martin fehlte, so war der „Silver Beast“ genannte Saab doch ein waschechtes Bond-Auto. Er hatte kugelsichere Scheiben, eine eigene Sauerstoffversorgung, ein Nachtsichtgerät, ein Head-Up-Display, einen Nummernschild-Wechsler wie einst der Aston Martin DB5 aus „Goldfinger“ und eine Vorrichtung, um Tränengas abzufeuern. Der Turbo-Motor war auf 175 PS hochgezüchtet worden. Auf Komfort musste 007 auch nicht verzichten: Schwarze Lederausstattung, Klimaanlage, Sitzheizung, Tempomat und Autotelefon waren an Bord.

„Ich wollte keinen Aston Martin mehr“

Auf der schwedischen Fan-Website http://www.007museum.com kann man die ganze Geschichte des heute wohl unbekanntesten Bond-Autos aller Zeiten nachlesen. „Ich wollte einfach von Bentleys und Aston Martins loskommen“, sagte der 2007 verstorbene John Gardner einmal in einem Interview, „und ich mochte den Saab – es war wirklich ein sehr sicheres Auto“. 007-Fans waren so angetan von Bonds neuem Dienstwagen, dass Saab das Auto sogar 1:1 nachbaute.
Dass es das „silberne Biest“ nie in einem James Bond-Kinofilm schaffte, ist bekannt. Zu Roger Moore, dem diensthabenden Bond in den 80ern, hätte der Wagen wohl auch nicht wirklich gepasst – obwohl Moore in den 60er Jahren in der berühmten Actionserie „Simon Templar“ ja schon einmal auf Schwedenstahl schwor, nämlich einen Volvo P1800. Doch als Timothy Dalton Ende der 80er Jahre einen völlig neuen, moderneren, realistischeren und härteren Bond auf die Leinwand brachte, wäre der eigenwillige Saab die ideale Wahl gewesen. Stattdessen stattete man 007 mit einem Aston Martin V8 Vantage aus. Für ein paar kurze Szenen gelang es sogar erstmals einem deutschen Hersteller, sich in einen Bond-Streifen zu schmuggeln und 007 ans Steuer eines Audi 200 Quattro zu setzen.

Was tun beim Turboloch?

So blieb der Traum mancher Architekten, Künstler und Oberstudienräte, als klassische Saab-Klientel in einem echten Bond-Auto durch die Gegend zu kreuzen, auf die Romanwelt beschränkt. Ohnehin hatte Saab nach dem 900 durch die Liaison mit General Motors und die folgende Verwässerung der Marke nichts Kultverdächtiges mehr im Angebot. Und schließlich teilte Saab sogar das Schicksal aller Bond-Bösewichter – die Marke hat das Zeitliche gesegnet. Dabei hätte Saab die Leinwand so schön nutzen können, um das Problem der frühen Turbomotoren nonchalant zu überspielen: James Bond hätte sich während des Turbolochs wahrscheinlich noch schnell die Krawatte gerichtet.

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